
Moscheen in Frankfurt: Einblicke in eine lebendige Vielfalt
Entdecke die faszinierende Welt der Moscheen in Frankfurt am Main. Dieser Blogpost beleuchtet die Vielfalt, das soziale Engagement und die architektonischen Besonderheiten der rund 50 Moscheegemeinden der Stadt. Erfahre mehr über ihre Rolle im interreligiösen Dialog, die Herausforderungen, denen sie begegnen, und ihren Beitrag zum multikulturellen Zusammenleben. Von der geschichtsträchtigen IIS-Moschee bis zur architektonisch beeindruckenden Abu Bakr Moschee – tauche ein in die lebendige muslimische Kultur Frankfurts und entdecke auch passende kulinarische Highlights in der Nähe.
Frankfurt am Main, die Stadt der Kontraste, ist nicht nur bekannt für ihre beeindruckende Skyline und das pulsierende Finanzzentrum, sondern auch für ihre bemerkenswerte kulturelle und religiöse Vielfalt. In dieser Metropole, in der Menschen aus rund 170 Nationen zuhause sind, spielen Moscheen eine zentrale Rolle – nicht nur als Gebetsorte, sondern als lebendige Zentren des Gemeindelebens, des sozialen Engagements und des interreligiösen Dialogs. Wenn du dich fragst, welche Bedeutung die Moscheen in Frankfurt für die Stadt und ihre Bewohner haben, dann bist du hier genau richtig. Wir tauchen ein in die faszinierende Welt der Moscheegemeinden, beleuchten ihre Geschichte, ihre Herausforderungen und ihren Beitrag zum Zusammenleben in unserer Mainmetropole.
Key Facts zu Moscheen in Frankfurt
- Rund 50 Moscheegemeinden: Frankfurt beherbergt etwa 50 Moscheegemeinden, die die religiöse Vielfalt der Stadt widerspiegeln.
- Starke marokkanische Prägung: Im Vergleich zu anderen deutschen Städten ist die Moscheenlandschaft in Frankfurt überdurchschnittlich stark marokkanisch geprägt.
- Zweisprachigkeit und Jugendfokus: Einige Gemeinden, wie das Islamische Informations- und Servicezentrum (IIS), bieten alle Veranstaltungen und Predigten auf Deutsch an und ziehen viele junge Gläubige an.
- Interreligiöser Dialog: Viele Moscheen engagieren sich aktiv im interreligiösen Dialog und in sozialen Projekten, um Vorurteile abzubauen und das gesellschaftliche Miteinander zu fördern.
- Herausforderungen: Die Gemeinden stehen vor Herausforderungen wie der Finanzierung von Imamen, die vor Ort ausgebildet wurden, und der Überbrückung von Generationsunterschieden innerhalb der Gemeinde.
- Architektonische Vielfalt: Von unscheinbaren Hinterhofmoscheen bis hin zu repräsentativen Bauten wie der Abu Bakr Moschee reicht die Bandbreite der Gotteshäuser.
Vielfalt unter einem Dach: Ein Spiegel Frankfurts
Frankfurts Moscheenlandschaft ist so facettenreich wie die Stadt selbst. Hier findest du nicht nur sunnitische und schiitische Gemeinden, sondern auch solche, die von spezifischen kulturellen Hintergründen wie der marokkanischen, türkischen oder arabischen Kultur geprägt sind. Diese Vielfalt ist ein direktes Abbild der internationalen Bevölkerung Frankfurts. Ein herausragendes Beispiel für Offenheit und Integration ist das Islamische Informations- und Servicezentrum e.V. (IIS) im Frankfurter Bahnhofsviertel. Diese Gemeinde, die sich in einem Hinterhof befindet, ist nach eigenen Angaben eine der ältesten und größten Moscheegemeinden im deutschsprachigen Raum, in der sämtliche Veranstaltungen und sogar die Freitagspredigten auf Deutsch stattfinden. Das zieht besonders junge Gläubige an, die sich aktiv im interreligiösen Dialog sowie in der Flüchtlings- und Obdachlosenhilfe engagieren.
Doch diese Offenheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Mohamed Seddadi, Geschäftsführer der Islamischen Gemeinde Frankfurt, die die Abu Bakr Moschee betreibt, weist auf Kommunikationsprobleme zwischen den Imamen und den jungen Gemeindemitgliedern hin. Er betont, wie wichtig es wäre, Imame zu haben, die hier ausgebildet wurden und sehr gut Deutsch sprechen, doch die Gehaltsvorstellungen übersteigen oft die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden. Auch generationenbedingte Differenzen, etwa bei der Frage nach getrennten Gebetsräumen für Frauen, müssen behutsam angegangen werden. Diese Aspekte zeigen, dass Moscheen in Frankfurt nicht nur spirituelle Ankerpunkte sind, sondern auch Orte intensiver gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse.
Die architektonische Schönheit und ihre Geschichten: Abu Bakr & Hassan Moschee
Neben den funktionalen Gebetsräumen in Hinterhöfen gibt es in Frankfurt auch architektonisch beeindruckende Moscheen, die das Stadtbild bereichern. Die Abu Bakr Moschee in Frankfurt-Hausen ist ein solches Juwel. Mit ihrem repräsentativen und verzierten Bau gilt sie als eine der schönsten Moscheen Frankfurts. Auch sie ist marokkanisch geprägt und aktiv im interreligiösen Dialog. Darüber hinaus bietet sie Arabisch- und Nachhilfekurse für Kinder an und beteiligt sich am Projekt „Jugendarbeit in Moscheen“ der Anne Frank Bildungsstätte. Ein Besuch hier ist nicht nur eine spirituelle Erfahrung, sondern auch eine Begegnung mit beeindruckender Baukunst und gelebter Gemeinschaft. Die Gemeinde befindet sich in der Praunheimer Landstraße 21.
Ein weiteres wichtiges Zentrum ist die Hassan Moschee in Griesheim (Silostraße 25). Der Marokkanische Kulturverein e.V., der die Hassan Moschee betreibt, wurde im Jahr 2000 gegründet und ist ein zentraler Ort für Gebet, Austausch und religiöse Bildung. Hier finden tägliche Gebete, Freitagsgebete mit deutscher Zusammenfassung der Predigt, wöchentliche Vorträge des Imams zu Glaubenslehre und islamischem Recht sowie Koran- und Arabischunterricht statt. Die Hassan Moschee öffnet zudem jährlich am 3. Oktober ihre Türen für den „Tag der offenen Moschee“, um Interessierten Einblicke in den Islam zu geben und Fragen zu beantworten. Die Gemeinde wächst und bittet um Unterstützung für ihre Erweiterungspläne, um noch mehr Platz für die Gemeinschaft zu schaffen. Ebenfalls in Griesheim befindet sich die Bilal Moschee (Froschhäuser Str.12), die ebenfalls vom Marokkanisch-Islamischen Kulturverein e.V. betrieben wird und ein wichtiger Treffpunkt für die dortige Gemeinde ist.
Mehr als nur Gebetsorte: Soziales Engagement und interreligiöser Dialog
Moscheen in Frankfurt sind weit mehr als nur Orte, an denen gebetet wird. Sie sind Knotenpunkte für soziales Engagement, kulturellen Austausch und interreligiösen Dialog. Sie bieten Orientierung und Unterstützung für ihre Mitglieder, organisieren Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene, und sind oft erste Anlaufstellen bei sozialen Fragen. Der „Rat der Religionen“ in Frankfurt, 2009 mitbegründet vom Soziologen Diether Heesemann, ist ein wichtiges Forum, in dem Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften der Stadt zusammenkommen, um den Dialog zu fördern und das friedliche Miteinander zu stärken. Heesemann betont dabei, dass man bei der Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland mit Zurückhaltung und Verständnis agieren sollte, solange keine politische Abhängigkeit besteht.
Gerade für junge Muslime spielen die Gemeinden eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung. Saba-Nur Cheema, pädagogische Leiterin der Anne Frank Bildungsstätte, weist darauf hin, dass Jugendliche sich oft mit der Frage auseinandersetzen: „Wer bin ich eigentlich, als Muslim und Deutscher? Das geht doch zusammen, warum wird mir das abgesprochen?“ Moscheen können hier einen Raum bieten, in dem diese Fragen diskutiert und die Zugehörigkeit zu beiden Identitäten gestärkt wird. Durch Projekte wie die Jugendarbeit in Moscheen, die auch von der Abu Bakr Moschee unterstützt wird, wird ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der jungen Generation geleistet. Solche Initiativen tragen maßgeblich dazu bei, Vorurteile abzubauen und ein respektvolles Miteinander in der Mainmetropole zu fördern.
Kulinarische Brücken: Restaurants in Moschee-Nähe
Nach einem Besuch in einer der beeindruckenden Moscheen Frankfurts bietet es sich an, die kulinarische Vielfalt der Stadt zu erkunden, die oft eng mit den kulturellen Hintergründen der Gemeinden verbunden ist. Gerade in der Nähe vieler Moscheen findest du hervorragende Restaurants, die dich auf eine Geschmacksreise entführen.
Wenn du beispielsweise in der Nähe des Islamischen Informations- und Servicezentrums (IIS) im Bahnhofsviertel unterwegs bist, gibt es eine Fülle an Optionen. Das Harput Restaurant Frankfurt in der Kornmarkt 11 ist eine ausgezeichnete Wahl für Liebhaber der türkischen Küche. Hier erwarten dich traditionelle Gerichte und eine herzliche Atmosphäre. Ein weiteres Highlight in der Nähe ist das Emir ET Restaurant in der Allerheiligenstraße 21, das mit seinen über einem Lavasteingrill zubereiteten Fleischgerichten begeistert. Für eine Reise in den Libanon empfehle ich das Du Liban-Libanon Restaurant in der Weserstraße 17, das mit seinen Spezialitäten und gelegentlichen Bauchtanz-Shows eine besondere Atmosphäre schafft. Diese Restaurants sind nicht nur Orte des Genusses, sondern auch Brücken zwischen Kulturen und eine wunderbare Ergänzung zu deinem Besuch der Türkische Restaurants mit Meze & Grill.
Fazit
Die Moscheen in Frankfurt sind ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt. Sie sind Orte des Gebets, der Gemeinschaft, der Bildung und des Dialogs. Ihre Vielfalt spiegelt die internationale Zusammensetzung Frankfurts wider und trägt maßgeblich zu einem reichen und dynamischen Miteinander bei. Trotz Herausforderungen wie der Finanzierung oder der Überbrückung von Generationenunterschieden zeigen die Gemeinden ein starkes Engagement für Integration und interreligiösen Austausch. Sie sind offene Häuser, die nicht nur spirituelle Heimat bieten, sondern auch aktiv am sozialen Gefüge der Stadt teilhaben. Ein Besuch einer Moschee oder ein Austausch mit den Gemeinden kann dir tiefe Einblicke in eine oft missverstandene Kultur geben und dir zeigen, wie Religion und Gemeinschaft in einer modernen Metropole gelebt werden. Frankfurt ist stolz auf diese Vielfalt, die unsere Stadt zu einem noch bunteren und lebendigeren Ort macht.
FAQ
Wie viele Moscheen gibt es in Frankfurt am Main?
In Frankfurt am Main gibt es rund 50 Moscheegemeinden, die die religiöse und kulturelle Vielfalt der Stadt widerspiegeln.
Welche Rolle spielen Moscheen im interreligiösen Dialog in Frankfurt?
Viele Moscheen in Frankfurt, wie das IIS und die Abu Bakr Moschee, engagieren sich aktiv im interreligiösen Dialog und in sozialen Projekten, um das gesellschaftliche Miteinander zu fördern und Vorurteile abzubauen.
Gibt es Moscheen in Frankfurt, die Predigten auf Deutsch anbieten?
Ja, das Islamische Informations- und Servicezentrum (IIS) im Frankfurter Bahnhofsviertel ist eine der größten Moscheegemeinden im deutschsprachigen Raum, in der sämtliche Veranstaltungen und Freitagspredigten auf Deutsch stattfinden.






