Die Wiege Mainhattans: Eine Zeitreise zur Gründung und frühen Entwicklung Frankfurts

Abstract:

Frankfurt am Main, heute eine pulsierende Metropole, blickt auf eine faszinierende und tief verwurzelte Geschichte zurück. Dieser Blogpost entführt dich auf eine spannende Zeitreise zu den Ursprüngen der Stadt, von der ersten Besiedlung auf dem Domhügel über die Bedeutung der Mainfurt bis hin zur Entwicklung als Königs- und Messestadt. Entdecke die entscheidenden Fakten und Meilensteine, die die Gründung und frühe Entwicklung Frankfurts prägten und den Grundstein für seine heutige Bedeutung legten.

Frankfurt am Main – der Name allein weckt Bilder von glitzernden Skylines, internationalem Handel und pulsierendem Leben. Doch bevor hier Wolkenkratzer in den Himmel ragten und die Europäische Zentralbank ihren Sitz fand, war Frankfurt ein ganz anderer Ort. Eine Furt im Main, ein kleiner Hügel, umgeben von Sumpfland – das war die bescheidene Wiege einer Stadt, die später zu einem Dreh- und Angelpunkt europäischer Geschichte werden sollte. Die Geschichte der Gründung und frühen Entwicklung Frankfurts ist reich an faszinierenden Ereignissen und Persönlichkeiten, die den Grundstein für die heutige Mainmetropole legten. Begib dich mit uns auf eine spannende Zeitreise und entdecke, wie aus einem fränkischen Königshof eine Weltstadt entstand.

Key Facts zur Gründung und frühen Entwicklung Frankfurts

  • Die älteste Besiedlung: Archäologische Funde auf dem Domhügel reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, eine dauerhafte Besiedlung ist jedoch erst für die römische Zeit (ab dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.) nachgewiesen.
  • Die Mainfurt: Der Name „Frankfurt“ leitet sich von „Franconofurd“ oder „Franconorum vadus“ ab, was „Furt der Franken“ bedeutet und auf eine leicht passierbare Stelle im Main hinweist, die schon früh von wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung war.
  • Erste urkundliche Erwähnung: Am 22. Februar 794 wurde Frankfurt erstmals in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt, die „super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“ ausgestellt wurde.
  • Synode von 794: Im selben Jahr versammelte Karl der Große die Bischöfe des Frankenreichs zur Synode von Frankfurt, was die frühe politische und religiöse Bedeutung des Ortes unterstreicht.
  • Königspfalz und Stadtmauern: Unter Ludwig dem Frommen, Karls Sohn, wurde der Königshof zur Königspfalz erweitert und die Stadt 838 mit Mauern und Gräben befestigt.
  • Wahlstadt der Könige: Ab 1152, mit der Wahl Friedrichs I. Barbarossa, etablierte sich Frankfurt als Wahlstadt der deutschen Könige und wurde durch die Goldene Bulle von 1356 dauerhaft dazu bestimmt.
  • Aufstieg zur Messestadt: Bereits 1240 wurde der Frankfurter Herbstmesse ein kaiserliches Privileg verliehen, 1330 folgte die Frühjahrsmesse, was Frankfurt zu einem bedeutenden Handelszentrum machte.

Die Wiege Frankfurts: Domhügel und Mainfurt

Bevor die Franken kamen, war die Gegend um den heutigen Domhügel eine von Mainarmen durchzogene, sumpfige Niederung. Doch genau dieser Hügel, eine natürliche Erhebung, die trocken blieb, sollte zum Kern der späteren Metropole werden. Schon in der Jungsteinzeit gab es hier menschliche Spuren, aber die erste nachweisliche Besiedlung erfolgte durch die Römer. Im letzten Viertel des ersten Jahrhunderts nach Christus entstand hier wohl ein kleines Militärlager mit einem Bad, das später einer römischen Villa weichen musste. Diese frühen Bewohner erkannten bereits die strategische Bedeutung der nahegelegenen Mainfurt – einer flachen Stelle im Fluss, die eine sichere Überquerung ermöglichte. Auch wenn die Römerstraßen dieses sumpfige Gebiet zunächst umgingen, war die Furt ein entscheidender Faktor für die spätere Gründung und frühe Entwicklung Frankfurts. Nach dem Abzug der Römer um 260 n. Chr. übernahmen die Alamannen und später die Franken das Gebiet, die die Furt als wichtigen Verkehrsweg nutzten und ihr den Namen „Frankenfurt“ gaben – die Furt der Franken. Dieser Name ist das erste Zeugnis der Stadt, noch bevor sie urkundlich erwähnt wurde.

Karl der Große und die erste Erwähnung: Franconofurd

Das Jahr 794 ist ein magisches Datum in der Geschichte Frankfurts. Damals weilte Karl der Große, der mächtigste Herrscher seiner Zeit, „super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“ – am Fluss Main in dem Frankfurt genannten Ort. Hier, in einem bereits bestehenden fränkischen Königshof auf dem Domhügel, stellte er am 22. Februar eine Urkunde aus, die als erste schriftliche Erwähnung der Stadt gilt. Doch Karl der Große tat noch mehr für die Gründung und frühe Entwicklung Frankfurts: Im Juni desselben Jahres berief er die bedeutende Synode von Frankfurt ein, eine Kirchenversammlung, die weitreichende theologische und politische Entscheidungen für das Frankenreich traf. Dies unterstreicht die frühe Bedeutung Frankfurts als zentraler Ort für Politik und Religion. Auch wenn Karl der Große selbst nach dem Tod seiner vierten Ehefrau Fastrada 794 den Ort verließ und nie zurückkehrte, war der Grundstein gelegt. Sein Sohn, Ludwig der Fromme, erkannte das Potenzial Frankfurts. Er erweiterte den Königshof zu einer prächtigen Königspfalz und ließ die Stadt 838 mit Mauern und Gräben befestigen. Frankfurt wurde zeitweise zu einem der Hauptorte des Ostfränkischen Reiches und trug den ehrenvollen Titel „principalis sedes regni orientalis“ – der Hauptsitz des östlichen Reiches. Wenn du mehr über diese faszinierende Epoche erfahren möchtest, lohnt sich ein Blick in unseren Beitrag zur mittelalterlichen Geschichte Frankfurts.

Aufstieg zur Königs- und Messestadt

Die Zeit der Stauferkaiser ab 1138 markierte einen weiteren entscheidenden Abschnitt in der Gründung und frühen Entwicklung Frankfurts. Obwohl die Karolingerpfalz auf dem Domhügel abgebrannt war und die salischen Herrscher weniger Interesse an Frankfurt zeigten, erlebte die Stadt unter den Staufern einen wahren Aufschwung. Frankfurt wurde zum „oppidum“, einem städtischen Marktort, und erhielt wichtige Privilegien: Markt, Mauer, Mainbrücke, Münze und Messe. Die Stadtmauern, die später als Staufenmauer bekannt wurden, umschlossen nun ein stark erweitertes Gebiet, das den Grundriss der heutigen Altstadt bildete. Ein besonders prägendes Ereignis war die Wahl Friedrichs I. Barbarossa im Jahr 1152, die Frankfurt zur festen Wahlstadt der deutschen Könige machte. Dieses Recht wurde 1356 durch die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. bestätigt, was Frankfurt zu einem der wichtigsten politischen Zentren des Heiligen Römischen Reiches erhob. Die Bedeutung Frankfurts als Handelsplatz wuchs rasant. Bereits 1240 bestätigte Kaiser Friedrich II. das Privileg der Frankfurter Herbstmesse, die sich aus einem Jahrmarkt entwickelt hatte und Mainz als Handelszentrum bald überflügelte. 1330 kam die Frühjahrsmesse hinzu, und Frankfurt etablierte sich als internationaler Umschlagplatz für Waren aller Art, insbesondere Tuch. Die Messe zog Kaufleute aus ganz Europa an, die in den umliegenden Häusern ihre Waren lagerten und handelten – eine Tradition, die bis heute in der Frankfurter Buchmesse fortlebt.

Leben im Mittelalter: Mauern, Märkte und Mythen

Das mittelalterliche Frankfurt war eine Stadt voller Leben, aber auch voller Herausforderungen. Die im 12. Jahrhundert erbaute und später erweiterte Staufenmauer schützte die wachsende Bevölkerung, doch die Stadt expandierte weiter. Im 14. Jahrhundert genehmigte Kaiser Ludwig der Bayer eine enorme Ausdehnung des ummauerten Stadtgebiets, was den Bau des Eschenheimer Turms und anderer Befestigungsanlagen nach sich zog. Weit außerhalb dieser Mauern entstand die Frankfurter Landwehr, eine aus Dornen und Gebüsch bestehende Anlage mit Warttürmen, die das Territorium der Stadt optisch abgrenzte und militärisch schützte. Diese Entwicklung zeigt, wie sehr die Gründung und frühe Entwicklung Frankfurts von dem Bestreben geprägt war, die eigene Autonomie zu sichern. Das Rathaus, der Römer, wurde 1405 von der Stadt erworben und umgebaut – ein Zeichen des erstarkenden bürgerlichen Selbstbewusstseins. Die Judengasse, ein geschlossenes Ghetto am östlichen Stadtrand, entstand 1462 und zeugt von der komplexen sozialen Struktur der Stadt. Die jüdische Gemeinde, die zu den frühesten Bewohnern Frankfurts zählte, spielte eine wichtige Rolle im Finanzwesen und Handel, war aber auch immer wieder Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Die Geschichte der Judengasse ist ein dunkles Kapitel, das heute im Jüdischen Museum Frankfurt aufgearbeitet wird. Auch wenn die Stadt im Spätmittelalter mit Fehden und Konflikten zu kämpfen hatte, wie der Niederlage in der Kronberger Fehde 1389, bewahrte sie durch geschickte Bündnispolitik und ihre Rolle als Reichsstadt ihre Bedeutung. Der Kaiserdom St. Bartholomäus blieb das Herzstück der Stadt, Zeuge von Königswahlen und Krönungen, und prägte das Stadtbild über Jahrhunderte.

Fazit: Frankfurts Wurzeln – Ein Erbe, das bis heute wirkt

Die Gründung und frühe Entwicklung Frankfurts ist eine Geschichte von strategischer Lage, kaiserlicher Gunst und dem unermüdlichen Unternehmergeist ihrer Bewohner. Von einer einfachen Furt im Main bis hin zu einem der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Zentren des Heiligen Römischen Reiches – Frankfurt hat eine beeindruckende Metamorphose durchgemacht. Die römischen Spuren, der fränkische Königshof, die Synode Karls des Großen, die Entwicklung zur Wahl- und Messestadt und die Errichtung der Stadtmauern sind allesamt Meilensteine, die die Identität dieser einzigartigen Stadt bis heute prägen. Sie zeigen, dass Frankfurt schon immer ein Ort des Wandels, der Begegnung und des Handels war. Die historischen Fundamente sind tief in der Stadt verankert und erzählen von einer Zeit, in der jeder Stein, jede Gasse und jeder Marktstand eine eigene Geschichte hatte.

Wenn du das nächste Mal durch die Gassen der Altstadt schlenderst oder den majestätischen Kaiserdom bewunderst, denk daran, welche unglaubliche Reise Frankfurt hinter sich hat. Und nachdem du nun in die Geschichte Frankfurts eingetaucht bist, wie wäre es mit einem Besuch in einer der traditionellen Apfelweinwirtschaften in Sachsenhausen? Bei Adolf Wagner oder Zum Gemalten Haus kannst du bei einem Glas Äppler und Handkäs mit Musik die Seele baumeln lassen. Oder tauche in der Kleinmarkthalle in die kulinarische Vielfalt der Stadt ein, die schon die Kaufleute des Mittelalters begeistert hätte. So verbindest du die spannende Vergangenheit mit dem lebendigen Hier und Jetzt der Mainmetropole.

FAQ

Wann wurde Frankfurt am Main erstmals urkundlich erwähnt?

Frankfurt am Main wurde erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt, die „super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“ ausgestellt wurde.

Was bedeutet der Name ‚Frankfurt‘?

Der Name ‚Frankfurt‘ leitet sich von ‚Franconofurd‘ oder ‚Franconorum vadus‘ ab, was ‚Furt der Franken‘ bedeutet. Dies bezieht sich auf eine flache Stelle im Main, die eine sichere Flussüberquerung ermöglichte und für die frühe Besiedlung von großer Bedeutung war.

Welche Rolle spielte der Domhügel in der frühen Entwicklung Frankfurts?

Der Domhügel war die älteste und strategisch wichtigste Erhebung in der sumpfigen Mainniederung. Er war der Ort der ersten römischen Besiedlung, des fränkischen Königshofs und später der Königspfalz. Er bildete die Keimzelle der Stadt und war entscheidend für die Wahl Frankfurts als politisches und religiöses Zentrum.

Wie wurde Frankfurt zur Messestadt?

Frankfurt entwickelte sich durch kaiserliche Privilegien zur bedeutenden Messestadt. Bereits 1240 wurde der Herbstmesse ein kaiserlicher Schutzbrief verliehen, und 1330 kam die Frühjahrsmesse hinzu. Dies zog Kaufleute aus ganz Europa an und machte Frankfurt zu einem wichtigen Handelszentrum.

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