
Die Festhalle Frankfurt: Eine Zeitreise durch Geschichte und Geschichten
Tauche ein in die faszinierende Geschichte der Festhalle Frankfurt, einem ikonischen Bauwerk, das seit über einem Jahrhundert die Höhen und Tiefen der Mainmetropole widerspiegelt. Erfahre mehr über ihre prunkvolle Eröffnung, ihre Rolle als Schauplatz tragischer Ereignisse während der NS-Zeit, ihre Zerstörung und den heldenhaften Wiederaufbau. Entdecke, wie sich die Festhalle von einem architektonischen Wunderwerk zu einem modernen Event-Hotspot entwickelt hat, der Konzerte, Sportevents und Messen beherbergt. Ein informativer Blogpost, der die bewegende Festhalle Frankfurt Geschichte lebendig werden lässt.
Frankfurt am Main, eine Stadt, die für ihre beeindruckende Skyline, ihre reiche Kultur und ihre lebendige Geschichte bekannt ist, beherbergt ein Bauwerk, das all diese Facetten in sich vereint: die Festhalle. Vielleicht bist du schon einmal an ihr vorbeigefahren, hast ein Konzert dort besucht oder die Marathonläufer beim Zieleinlauf bejubelt. Doch hast du dich jemals gefragt, welche Geschichten sich hinter ihren ehrwürdigen Mauern verbergen? Die Festhalle Frankfurt Geschichte ist eine faszinierende Erzählung von Glanz, Tragödie, Wiederaufbau und stetigem Wandel. Sie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Spiegelbild der Höhen und Tiefen, die unsere Mainmetropole im Laufe der Jahrzehnte erlebt hat. Begleite uns auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Vergangenheit dieses ikonischen Gebäudes, das bis heute ein Herzstück Frankfurts ist und bleibt.
Key Facts zur Festhalle Frankfurt
- Eröffnung: Die Festhalle wurde am 19. Mai 1909 feierlich eröffnet, in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II.
- Architektonisches Wunder: Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Festhalle der größte Kuppelbau Europas, ein Meisterwerk aus Stahl und Glas, entworfen von Friedrich von Thiersch.
- Dunkles Kapitel: Zwischen dem 10. und 13. November 1938 wurde die Festhalle zum Schauplatz unermesslichen Leids, als über 3.000 jüdische Bürger nach der Reichspogromnacht dort zusammengetrieben und misshandelt wurden, bevor sie in Konzentrationslager deportiert wurden.
- Zerstörung und Wiederaufbau: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Festhalle durch einen Brand 1940 und spätere Bombenangriffe schwer beschädigt, doch engagierte Frankfurter Bürger verhinderten ihren Abriss und ermöglichten den Wiederaufbau.
- Multifunktionsarena: Von Sechstagerennen über legendäre Konzerte bis hin zum Zieleinlauf des Frankfurt Marathons – die Festhalle hat sich stets als vielseitiger Veranstaltungsort bewiesen.
- Denkmalschutzgerechte Rekonstruktion: Zwischen 2004 und 2007 wurde die Festhalle aufwendig restauriert und zu ihrem 100-jährigen Jubiläum 2009 in ihren ursprünglichen Glanz zurückversetzt.
Geburt einer Legende: Bau und frühe Jahre
Die Geschichte der Festhalle Frankfurt beginnt im frühen 20. Jahrhundert, einer Zeit des Aufbruchs und des Fortschritts. Frankfurt, schon immer eine bedeutende Messestadt – deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen –, benötigte dringend eine repräsentative und feste Halle für ihre wachsenden Veranstaltungen. Provisorien hatten ausgedient. So wurde 1906 ein Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem der Entwurf des Münchner Architekten Friedrich von Thiersch und der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) als Sieger hervorging.
Am 11. Juni 1907 begannen die Bauarbeiten, und nur zwei Jahre später, am 19. Mai 1909, öffnete die Festhalle ihre Pforten. Stell dir vor, wie die Frankfurter damals gestaunt haben müssen! Ein gewaltiger Kuppelbau, der zu dieser Zeit der größte seiner Art in Europa war, mit einer beeindruckenden Höhe von rund 40 Metern und einer Fläche von über 5.600 Quadratmetern. Die Eröffnung mit dem „3. Wettstreit Deutscher Männergesangvereine“ und der Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. war ein Ereignis, das in die Annalen der Stadt einging. Kurz darauf folgten Großveranstaltungen wie das 11. Deutsche Turnfest und die Internationale Luftfahrtausstellung, die die Vielseitigkeit und Bedeutung des neuen Wahrzeichens unterstrichen. Die Festhalle war von Anfang an mehr als nur ein Gebäude; sie war ein Symbol für Frankfurts Ambitionen und seine Rolle als pulsierendes Zentrum. Wenn du nach einem ereignisreichen Tag noch etwas essen möchtest, bietet sich das Mediterraneo am Platz der Einheit an, das nur einen Katzensprung von der Festhalle entfernt ist und klassische italienische Gerichte serviert.
Schatten und Licht: Krieg, Verbrechen und Wiederaufbau
Die glanzvolle Ära der Festhalle wurde jäh unterbrochen, als die Schatten der Geschichte über Deutschland zogen. Ein besonders dunkles Kapitel in der Festhalle Frankfurt Geschichte ist untrennbar mit den Verbrechen der Nationalsozialisten verbunden. Zwischen dem 10. und 13. November 1938, unmittelbar nach der Reichspogromnacht, wurde die Festhalle zu einem Ort des Schreckens. Mehr als 3.000 jüdische Mitbürger aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet wurden hier zusammengetrieben, brutal misshandelt und anschließend in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau verschleppt. Viele von ihnen wurden später ermordet. Eine Gedenktafel, die 2015 angebracht wurde, erinnert heute an dieses unermessliche Leid und mahnt uns, niemals zu vergessen.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Festhalle zweckentfremdet und diente als Lager für Uniformen der Wehrmacht. Am 18. Dezember 1940 brach ein Großbrand aus, der die Halle schwer beschädigte. Ob Brandstiftung oder Unfall – die genauen Umstände blieben ungeklärt. Spätere Bombenangriffe setzten dem Bauwerk weiter zu. Nach Kriegsende stand die Festhalle als Ruine da, und es gab Pläne, sie vollständig abzureißen. Doch der Widerstand Frankfurter Bürger und des damaligen Oberbürgermeisters Walter Kolb verhinderte dies. Die Festhalle wurde provisorisch wiederhergestellt und symbolisierte den unbedingten Willen Frankfurts zum Wiederaufbau. Ein ähnliches Schicksal erlitt übrigens auch die Alte Oper Frankfurt, die ebenfalls nach dem Krieg als Ruine stand und später in neuem Glanz erstrahlte.
Der Puls der Stadt: Von Konzerten bis Marathon
Nach dem Wiederaufbau begann für die Festhalle eine neue Ära als einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Region. Die 1960er und 70er Jahre brachten legendäre Konzerte mit internationalen Stars wie den Rolling Stones, die die Halle zum Beben brachten. 1985 begann eine umfassende Umgestaltung, die die Festhalle in eine moderne Multifunktionsarena verwandelte, inklusive neuer Lüftungs- und Heizsysteme sowie einer kompletten Unterkellerung. Am 7. November 1986 wurde sie mit einer großen Gala wiedereröffnet. Seitdem hat die Festhalle unzählige unvergessliche Momente erlebt.
Erinnerst du dich an das Scorpions-Konzert 1988 mit sage und schreibe 22.500 Zuschauern – ein bis heute ungebrochener Hausrekord? Auch sportliche Großereignisse prägten die Festhalle. Von 1911 bis 1983 war sie Schauplatz von 36 Sechstagerennen, bei denen eine mobile Radrennbahn eingebaut wurde und Radsportlegenden wie Dietrich Thurau um den Sieg kämpften. Seit 2003 ist die Festhalle der emotionale Zieleinlauf des Mainova Frankfurt Marathons, wo Läufer über einen roten Teppich ins Innere stürmen und von Tausenden bejubelt werden. Auch die Internationale Automobilausstellung (IAA) hatte hier lange Jahre ihren festen Platz, bevor sie nach München umzog. Jüngere Highlights sind das Live-Album der kanadischen Rockband Billy Talent, das 2022 hier aufgenommen wurde, und die WinterEdition des BigCityBeats World Club Dome 2024. Für eine Stärkung vor oder nach einem Event empfehle ich dir das African Queen Restaurant in der Schloßstraße, das mit seinen würzigen ostafrikanischen Gerichten eine exotische Abwechslung bietet.
Ein architektonisches Meisterwerk: Die Festhalle im Detail
Die Festhalle Frankfurt ist nicht nur wegen ihrer Geschichte bemerkenswert, sondern auch wegen ihrer Architektur. Sie gilt als eines der wichtigsten Gebäude des späten Historismus und ist ein beeindruckendes Beispiel für die Ingenieurskunst ihrer Zeit. Architekt Friedrich von Thiersch setzte auf den Prunk des Neubarocks, um ein würdiges Repräsentationsbauwerk für die Messestadt zu schaffen. Das Herzstück ist die gewaltige Kuppel, eine unverkleidete Stahl- und Glaskonstruktion, die damals revolutionär war. Sie bildet einen faszinierenden Kontrast zur majestätischen Architektur des unteren Teils und war wegweisend für viele spätere Hallenbauten. Die Konstruktion erinnert an die Perronhallen des Frankfurter Hauptbahnhofs und zeigt die damalige Ingenieurskunst, die die Last gleichmäßig verteilt.
Ursprünglich war der Entwurf noch ambitionierter: Ein Ostflügel mit zwei Konzertsälen, Gesellschaftsräumen und einem Bankettsaal sowie ein 60 Meter hoher Campanile waren geplant. Aus Geldmangel wurde dieser Teil jedoch nie realisiert. Trotz der Vereinfachungen nach dem Zweiten Weltkrieg, bei denen die ursprüngliche reiche Dachlandschaft nicht wiederhergestellt wurde, hat die Festhalle ihren Charakter bewahrt. Zwischen 2004 und 2007 wurde sie denkmalschutzgerecht rekonstruiert, erhielt ihre historische Farbgebung zurück und strahlt heute wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Sie ist ein Zeugnis dafür, wie Frankfurt seine historische Baukultur pflegt und gleichzeitig in die Zukunft blickt – ähnlich wie sich die Skyline Frankfurt über die Jahrhunderte entwickelt hat. Wenn du nach einem Besuch der Festhalle noch Hunger auf ein gutes Steak hast, ist das Block House in der Europa-Allee eine solide Wahl und leicht zu erreichen.
Fazit
Die Festhalle Frankfurt ist weit mehr als nur eine Eventlocation; sie ist ein lebendiges Denkmal, das die wechselvolle Geschichte unserer Stadt in sich trägt. Von ihrer glanzvollen Eröffnung unter kaiserlicher Präsenz über die dunklen Kapitel der NS-Zeit und die Zerstörung im Krieg bis hin zu ihrem Wiederaufbau und ihrer Entwicklung zur modernen Multifunktionsarena – die Festhalle hat alles miterlebt. Sie ist ein Ort, an dem Freude, Trauer, Triumph und Gemeinschaft gleichermaßen ihren Platz gefunden haben. Ihre beeindruckende Architektur, die den Höhepunkt der Eisenkonstruktionen des Industriezeitalters darstellt, fasziniert bis heute und macht sie zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen Frankfurts. Wir haben gesehen, wie sie sich immer wieder neu erfunden hat, sei es als Impfzentrum während einer Pandemie oder als Bühne für internationale Stars und Sportevents. Die Festhalle ist ein Symbol für die Resilienz und den Innovationsgeist Frankfurts und wird auch in Zukunft unzählige Geschichten schreiben und Generationen von Besuchern begeistern. Ihre Geschichte ist ein wichtiger Teil des kollektiven Gedächtnisses der Stadt und ein Beweis dafür, dass aus Trümmern Neues und Großes entstehen kann. Ein Besuch der Festhalle ist daher immer auch eine Reise durch die Zeit, die dich tief in das Herz Frankfurts blicken lässt.
FAQ
Wann wurde die Festhalle Frankfurt erbaut und eröffnet?
Die Festhalle Frankfurt wurde zwischen 1907 und 1909 erbaut und am 19. Mai 1909 feierlich eröffnet.
Welche Bedeutung hat die Festhalle während der NS-Zeit?
Die Festhalle war ein trauriger Schauplatz während der NS-Zeit, als im November 1938 nach der Reichspogromnacht über 3.000 jüdische Bürger dort zusammengetrieben, misshandelt und in Konzentrationslager deportiert wurden. Eine Gedenktafel erinnert heute an dieses Ereignis.
Welche architektonischen Besonderheiten weist die Festhalle auf?
Die Festhalle ist ein bedeutendes Beispiel des späten Historismus mit einer beeindruckenden, unverkleideten Stahl- und Glaskuppel, die zum Zeitpunkt ihrer Erbauung der größte Kuppelbau Europas war. Sie wurde von Friedrich von Thiersch entworfen und war wegweisend für spätere Hallenbauten.
Wofür wird die Festhalle heute hauptsächlich genutzt?
Heute ist die Festhalle eine moderne Multifunktionsarena, die für Konzerte, Sportveranstaltungen wie den Frankfurt Marathon (Zieleinlauf), Messen und andere Großevents genutzt wird.






