
Die Entstehung der Nordweststadt: Frankfurts Vision einer modernen Lebenswelt
Entdecke die faszinierende Geschichte der Entstehung der Nordweststadt in Frankfurt am Main! Dieser Blogpost nimmt dich mit auf eine Zeitreise in die 1960er Jahre, als aus einer visionären Idee eine moderne Großsiedlung entstand. Erfahre, wie die Planung, Architektur und soziale Konzepte dazu beitrugen, eine lebenswerte „Trabantenstadt“ mit umfassender Infrastruktur und viel Grün zu schaffen. Von den ersten Entwürfen bis zum pulsierenden Nordwestzentrum – die „Nordi“ ist ein beeindruckendes Beispiel erfolgreicher Stadtentwicklung in Frankfurt.
Hast du dich jemals gefragt, wie ganze Stadtteile entstehen? Wie aus einer Vision auf dem Reißbrett eine lebendige Gemeinschaft wird? In Frankfurt am Main gibt es eine faszinierende Geschichte, die genau das erzählt: die Entstehung der Nordweststadt. Dieses ambitionierte Projekt aus den 1960er Jahren ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Gebäuden. Es ist ein Zeugnis von zukunftsweisender Stadtplanung, dem Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und der Schaffung einer grünen Oase mitten in der Großstadt. Tauch mit uns ein in die spannende Vergangenheit und entdecke, wie dieser einzigartige Stadtteil zu dem wurde, was er heute ist – ein Zuhause für Tausende und ein wichtiger Teil Frankfurts. Die Nordweststadt ist ein Paradebeispiel dafür, wie man auf die Herausforderungen einer wachsenden Metropole reagieren kann, und ihre Geschichte ist voller interessanter Details und wegweisender Entscheidungen. Es ist eine Erzählung über architektonische Innovation, soziale Verantwortung und die Schaffung eines lebenswerten Umfelds, das bis heute Bestand hat. Mach dich bereit für eine Zeitreise in die „Nordi“!
Key Facts zur Entstehung der Nordweststadt
- Geburtsstunde der Vision: Die Idee für eine neue Großsiedlung entstand Mitte der 1950er Jahre, als Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg dringend neuen Wohnraum benötigte.
- Planungswettbewerb: Im Frühjahr 1959 wurde ein bundesweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben, um die besten Konzepte für die neue Siedlung zu finden.
- Federführende Architekten: Obwohl es keinen alleinigen Sieger gab, erhielten Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann den Zuschlag für ihren Entwurf, der die Grundlage für die Nordweststadt bildete.
- Bauzeit: Die eigentliche Bauphase der Nordweststadt erstreckte sich von 1962 bis 1968, wobei das Herzstück, das Nordwestzentrum, 1965 seinen Grundstein legte.
- Dimensionen: Ursprünglich für rund 25.000 Einwohner konzipiert, sollte die 170 Hektar große Siedlung mit ihrem zentralen Nordwestzentrum die Versorgung für bis zu 50.000 Menschen sicherstellen.
- Grüne Lunge: Die Planung legte großen Wert auf Grünflächen und die Nähe zum Frankfurter Grüngürtel, was der Nordweststadt bis heute eine hohe Lebensqualität verleiht.
- Erfolgreiche Trabantenstadt: Im Gegensatz zu vielen anderen Satellitenstädten gilt die Nordweststadt als besonders erfolgreich, dank ihrer sozialen Vielfalt, gewachsenen Strukturen und umfassenden Infrastruktur.
Die Vision einer modernen Stadt: Mehr als nur Wohnraum
Nach den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dem anhaltenden Baulandmangel in den 1950er Jahren stand Frankfurt vor einer gewaltigen Herausforderung: Wo sollten all die Menschen wohnen? Die Antwort darauf war mutig und zukunftsweisend: Eine komplett neue Großsiedlung musste her. Die Idee der Nordweststadt war geboren – nicht als bloße „Schlafstadt“, sondern als ein eigenständiges, lebenswertes Quartier mit allem, was man zum Leben braucht. Stadtbaurat Ernst Kampffmeyer und sein Mitarbeiter Erhard Weiss entwickelten erste Konzepte für eine Siedlung zwischen Praunheim, Niederursel, Heddernheim und Römerstadt.
Man stellte sich eine Stadt vor, die nicht nur Dächer über Köpfen bot, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität. Dieses ganzheitliche Denken war damals revolutionär. 1959 wurde ein bundesweiter Wettbewerb ausgelobt, um die besten Köpfe für dieses Mammutprojekt zu gewinnen. Die Jury, der auch der berühmte Stadtplaner Ernst May angehörte, kürte zwar keinen alleinigen Sieger, doch der Entwurf von Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann überzeugte und bildete die Grundlage für die spätere Umsetzung. Ihr Konzept sah eine Mischung aus verschiedenen Haustypen vor und legte den Grundstein für die soziale Vielfalt, die die Nordweststadt bis heute auszeichnet.
Ein wichtiger Aspekt dieser Vision war die Schaffung eines zentralen Anlaufpunktes: das Nordwestzentrum. Es sollte nicht nur ein Einkaufszentrum sein, sondern ein kultureller und kommerzieller Mittelpunkt, der die Funktion einer „Zweigstelle der Frankfurter Innenstadt“ übernehmen würde. Hier sollten Bewohner der Nordweststadt und der umliegenden Stadtteile alles finden, was sie für den Alltag brauchten – von Geschäften über Dienstleistungen bis hin zu kulturellen Einrichtungen. Es war der Versuch, eine eigenständige Urbanität zu schaffen, die den Bewohnern lange Wege ersparte und ein Gefühl der Zugehörigkeit förderte. Wer heute im Nordwestzentrum unterwegs ist, kann sich zum Beispiel im Traumkuh Nordwestzentrum einen leckeren Burger gönnen oder bei Die Eselei gemütlich essen gehen und dabei das pulsierende Leben des Zentrums beobachten.
Beton und Grün: Architektur und Lebensqualität
Die Bauarbeiten für die Nordweststadt begannen 1962 und sollten sechs Jahre dauern. Es war ein gigantisches Unterfangen, das Tausende von Arbeitern und immense Ressourcen erforderte. Am 14. Juli 1965 legten der damalige hessische Ministerpräsident Dr. August Zinn und der Frankfurter Oberbürgermeister Prof. Dr. Willi Brundert den Grundstein für das Nordwestzentrum – ein symbolischer Akt für den Beginn einer neuen Ära der Stadtentwicklung. Die Architektur der Nordweststadt ist geprägt von einer Mischung aus Hochhäusern und niedrigeren Wohngebäuden, die oft in Zeilenbauweise angeordnet sind. Ziel war es, viel Wohnraum zu schaffen, aber gleichzeitig auch Licht, Luft und Grün in die Siedlung zu bringen. Die Gebäude wurden so positioniert, dass sie optimale Belichtung und Ausblicke ermöglichten.
Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf Grünflächen und Erholungsräume. Die Nordweststadt liegt nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Grüngürtel, sondern verfügt auch über eigene ausgedehnte Parkanlagen wie den Martin-Luther-King-Park. Diese grünen Lungen waren von Anfang an fester Bestandteil der Planung und sollten den Bewohnern Raum für Entspannung, Spiel und Bewegung bieten. Das Konzept war, städtisches Wohnen mit naturnaher Erholung zu verbinden. Heute ist der nahegelegene Niddapark ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Jogger und Familien, die die Natur genießen wollen. Diese Integration von Grünflächen war ein entscheidender Faktor für die hohe Lebensqualität, die der Nordweststadt bis heute zugeschrieben wird, und unterscheidet sie positiv von vielen anderen Großsiedlungen.
Ein Viertel im Wandel: Bewohner und Infrastruktur
Die Nordweststadt wurde für 25.000 Menschen geplant und sollte ein Zuhause für verschiedene soziale Schichten bieten. Diese soziale Durchmischung war ein bewusster Ansatz, um die Entstehung von sozialen Brennpunkten zu vermeiden, wie sie in anderen Trabantenstädten oft zu beobachten waren. Schulen, Kindergärten, Kirchen, Sportstätten und natürlich das Nordwestzentrum mit seinen vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen wurden von Anfang an mitgedacht und realisiert. Die Verkehrsanbindung war ebenfalls ein zentraler Punkt: Mit der U-Bahn und verschiedenen Buslinien wurde die Nordweststadt hervorragend an die Frankfurter Innenstadt angebunden, was die Unabhängigkeit vom eigenen Auto förderte.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Nordweststadt weiterentwickelt und ist gewachsen. Das Nordwestzentrum wurde mehrfach modernisiert und erweitert, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Es ist nach wie vor ein lebendiger Treffpunkt und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Die Nordweststadt hat sich als ein Viertel etabliert, das für seine Offenheit und Vielfalt bekannt ist. Hier leben Menschen unterschiedlichster Herkunft und Altersgruppen zusammen und bilden eine bunte und dynamische Gemeinschaft. Diese gewachsenen Strukturen und das breite Angebot an Bildungseinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten tragen dazu bei, dass die Nordweststadt heute als eine der erfolgreichsten Großsiedlungen Deutschlands gilt.
Wenn du mal abseits des Trubels des Nordwestzentrums eine typisch hessische Küche erleben möchtest, lohnt sich ein Abstecher zum Zum Lahmen Esel in Niederursel. Hier kannst du in rustikalem Ambiente regionale Spezialitäten genießen und einen Einblick in die kulinarische Tradition der Region bekommen. Es zeigt, wie vielfältig die gastronomische Landschaft rund um die Nordweststadt ist und dass es für jeden Geschmack etwas zu entdecken gibt.
Fazit: Eine Erfolgsgeschichte der Stadtentwicklung
Die Entstehung der Nordweststadt ist eine beeindruckende Geschichte moderner Stadtplanung und der Schaffung einer lebenswerten Umgebung. Was in den 1950er Jahren als Antwort auf akuten Wohnraummangel begann, entwickelte sich zu einem Modellprojekt, das bis heute Bestand hat. Die visionäre Planung, die soziale Durchmischung und die bewusste Integration von Grünflächen und umfassender Infrastruktur haben dazu geführt, dass die Nordweststadt ihren Ruf als „erfolgreiche Trabantenstadt“ verdient. Sie ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Großsiedlungen nicht zwangsläufig zu Problemvierteln werden müssen, sondern zu blühenden Gemeinschaften heranwachsen können.
Von den ersten Entwürfen der Architekten Schwagenscheidt und Sittmann bis zur Grundsteinlegung des Nordwestzentrums wurde stets das Wohl der zukünftigen Bewohner in den Mittelpunkt gestellt. Heute ist die Nordweststadt ein Ort, an dem Menschen gerne leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Sie ist ein dynamischer Teil Frankfurts, der seine Geschichte ehrt und gleichzeitig offen für die Zukunft ist. Ein Besuch lohnt sich, um diese besondere Atmosphäre selbst zu erleben und zu sehen, wie eine Stadtteilvision Wirklichkeit wurde. Die „Nordi“ ist mehr als nur ein Wohnort – sie ist ein Stück Frankfurter Geschichte, das lebendig geblieben ist und sich ständig weiterentwickelt.
FAQ
Warum wurde die Nordweststadt gebaut?
Die Nordweststadt wurde in den 1960er Jahren als Reaktion auf den akuten Wohnraummangel in Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg geplant und gebaut. Ziel war es, bezahlbaren Wohnraum für Tausende von Menschen zu schaffen und gleichzeitig eine moderne, funktionale Siedlung mit umfassender Infrastruktur zu entwickeln.
Wer waren die wichtigsten Architekten der Nordweststadt?
Der städtebauliche Entwurf, der letztlich umgesetzt wurde, stammt von den Architekten Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann. Auch Stadtbaurat Ernst Kampffmeyer und Erhard Weiss waren maßgeblich an den frühen Konzepten beteiligt.
Was ist das Nordwestzentrum und welche Bedeutung hat es?
Das Nordwestzentrum ist das zentrale Geschäfts- und Kulturzentrum der Nordweststadt. Es wurde als „Zweigstelle der Frankfurter Innenstadt“ konzipiert, um den Bewohnern alle wichtigen Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen direkt vor Ort zu bieten. Es ist bis heute ein lebendiger Treffpunkt und ein wichtiger Bestandteil des Stadtteils.






