
Der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus: Zeitreise durch Frankfurts Herz
Der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus ist ein historisches Wahrzeichen und das Herz der Mainmetropole. Dieser Blogpost nimmt dich mit auf eine Zeitreise durch seine über 1300-jährige Geschichte: von merowingischen Ursprüngen über die Wahl- und Krönungen römisch-deutscher Kaiser bis hin zu Bränden und Wiederaufbauten. Entdecke seine architektonischen Besonderheiten, das lebendige Gemeindeleben, das Dommuseum und den atemberaubenden Blick vom Turm. Außerdem stellen wir dir kulinarische Highlights in der Nähe vor, die deinen Besuch perfekt abrunden.
Willkommen, liebe Frankfurt-Fans, zu einer neuen Reise in die Tiefen unserer geliebten Mainmetropole! Heute entführen wir euch zu einem Ort, der wie kein anderer die Seele Frankfurts verkörpert: dem Kaiserdom St. Bartholomäus. Dieses majestätische Bauwerk ist nicht nur ein beeindruckendes architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Geschichtsbuch, das von Kaisern, Krönungen, Bränden und unzähligen Geschichten erzählt. Taucht mit uns ein in die faszinierende Welt dieses Wahrzeichens, das seit Jahrhunderten den Himmel über Frankfurt prägt und das Herz unserer Stadt bildet. Lasst uns gemeinsam entdecken, welche Geheimnisse der Kaiserdom St. Bartholomäus birgt und was ihn so einzigartig macht.
Key Facts zum Kaiserdom St. Bartholomäus
- Ehemalige Wahl- und Krönungskirche: Obwohl er nie eine Kathedrale war, diente der Frankfurter Dom St. Bartholomäus von 1356 bis 1792 als offizieller Wahlort der römisch-deutschen Könige und ab 1562 auch als Krönungskirche für zehn Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
- Lange Baugeschichte: Der heutige gotische Bau ist bereits die fünfte Kirche an dieser Stelle, mit Vorgängerbauten, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. Seine Entstehung erstreckte sich über Jahrhunderte, von 1250 bis zur Fertigstellung des Turms 1878.
- Einzigartiger Westturm: Der 95 Meter hohe Westturm, dessen Bau 1415 begann und nach dem Dombrand 1867 nach den Originalplänen Madern Gertheners vollendet wurde, ist ein architektonisches Highlight und prägt die Frankfurter Skyline.
- Reliquie des Heiligen Bartholomäus: Seit 1239 ist der Apostel Bartholomäus der Schutzpatron des Domes. Die wertvollste Reliquie ist seine Schädeldecke, die im Domschatz aufbewahrt wird.
- Zerstörung und Wiederaufbau: Der Dom erlebte zwei verheerende Brände – 1867 und nach den Luftangriffen 1944. Beide Male wurde er mit großer Anstrengung wiederaufgebaut, wobei die Rekonstruktionen auch zu architektonischen Veränderungen führten.
- Kirchenmusikalisches Zentrum: Der Dom beherbergt mit seinen zwei Klais-Orgeln eines der größten Orgelwerke Hessens und ist Teil des berühmten Frankfurter Stadtgeläutes, das viermal jährlich erklingt.
- Dommuseum und Turmbesteigung: Im mittelalterlichen Kreuzgang befindet sich das Dommuseum, das Einblicke in die Geschichte der Kirche und ihre Schätze bietet. Der Domturm ist für Besucher zugänglich und bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die Stadt.
Eine Zeitreise durch die Geschichte: Von Merowingern bis zur Gotik
Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist nicht einfach nur ein Gebäude; er ist ein steingewordenes Zeugnis der europäischen Geschichte, das sich über mehr als 1300 Jahre erstreckt. Bevor der heutige gotische Koloss in den Himmel ragte, standen an gleicher Stelle bereits vier Vorgängerbauten. Stell dir vor, wie sich hier, auf dem Domhügel, schon in der Jungsteinzeit Menschen ansiedelten! Archäologische Funde belegen eine merowingische Saalkirche um 680, in der sogar das reich ausgestattete Grab eines Mädchens entdeckt wurde. Diese ersten Bauten waren die Keimzelle dessen, was später der Frankfurter Dom werden sollte.
Im Jahr 794 wurde Frankfurt erstmals urkundlich erwähnt, als Karl der Große hier die berühmte Synode von Frankfurt abhielt. Die damalige karolingische Pfalzkapelle, ein Vorgänger des Doms, war Schauplatz dieses epochalen Ereignisses. Später, im Jahr 852, gründete Ludwig der Deutsche das Salvatorstift, und die Salvatorbasilika, ein prächtiger dreischiffiger Bau, wurde geweiht. Hier fand 855 die erste Königswahl in Frankfurt statt – ein Moment, der die politische Bedeutung des Ortes für Jahrhunderte festschreiben sollte.
Mit der Weihe des spätromanischen Bartholomäuschors im Jahr 1239 erhielt die Kirche das Patrozinium des Apostels Bartholomäus, dessen Schädeldecke bis heute als wertvolle Reliquie verehrt wird. Ab 1250 begann der Bau des heutigen gotischen Langhauses und der Seitenschiffe. Die Stadt wuchs, ihr Selbstbewusstsein stieg, und so entstand ab 1315 der hochgotische Chor, der den romanischen Vorgänger ersetzte. Dieser neue Chor war nicht nur größer und prächtiger, sondern auch ein klares Statement einer aufstrebenden Freien Reichsstadt. Die Goldene Bulle Karls IV. von 1356 zementierte Frankfurts Rolle als Wahlort der römisch-deutschen Könige, was die Bedeutung des Doms weiter steigerte. Wenn du mehr über die faszinierende Vergangenheit Frankfurts erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Artikel über die Geschichte des Römerbergs .
Der Dom im Wandel der Zeiten: Brände, Wiederaufbau und moderne Herausforderungen
Die Geschichte des Kaiserdoms St. Bartholomäus ist auch eine Geschichte des Überlebens und des ständigen Wandels. Zwei katastrophale Brände prägten sein Erscheinungsbild und seine Entwicklung maßgeblich. Der erste große Schlag ereignete sich 1867, als ein Feuer in einer benachbarten Wirtschaft auf das Dach des Domes übergriff. Der Dachstuhl brannte komplett ab, und die obere Hälfte des Turms mitsamt dem Geläut wurde zerstört. Doch Frankfurt gab nicht auf! Unter der Leitung von Franz Josef Denzinger begann der Wiederaufbau, bei dem der Turm nach den ursprünglichen mittelalterlichen Plänen Madern Gertheners seine heute bekannte, 95 Meter hohe Spitze erhielt. Dies war keineswegs selbstverständlich, denn in jener Zeit gab es viele Diskussionen über die ideale Form eines gotischen Turmhelms. Denzingers Entscheidung, sich an den historischen Rissen zu orientieren, verlieh dem Dom seine einzigartige Krone.
Nur wenige Jahrzehnte später, am 22. März 1944, traf das nächste Unheil die Stadt und den Dom. Bei den verheerenden Luftangriffen auf Frankfurt wurde die gesamte Altstadt in Schutt und Asche gelegt, und auch der Kaiserdom St. Bartholomäus erlitt massive Schäden. Dächer, Fenster und Gewölbe wurden zerstört, und das Innere brannte erneut völlig aus. Doch auch diesmal bewies Frankfurt seinen unbändigen Geist. Nach dem Krieg begann der zweite Wiederaufbau, der bis 1953 dauerte. Dabei wurden nicht nur die Kriegsschäden behoben, sondern auch einige der historisierenden Veränderungen des 19. Jahrhunderts rückgängig gemacht, um dem Dom eine schlichtere, aber dennoch würdevolle Anmutung zu verleihen. Die Ausmalungen von Eduard von Steinle, die den Innenraum einst zierten, wichen einem gebrochenen Weißton, und die zerstörten Fenster wurden durch helles Industrieglas ersetzt. Eine umfassende Innenrestaurierung von 1991 bis 1994 brachte schließlich wieder eine historische Farbfassung in leuchtendem Rot zurück, die du heute bewundern kannst.
Der Kaiserdom heute: Ein lebendiger Ort und seine Umgebung
Heute ist der Kaiserdom St. Bartholomäus mehr als nur ein Denkmal – er ist ein lebendiger Mittelpunkt der Stadt, ein Ort der Besinnung, der Kultur und des Zusammenkommens. Er ist die größte Kirche des römisch-katholischen Bistums Limburg und beherbergt eine aktive Pfarrgemeinde. Jährlich am letzten Samstag im Januar wird das Karlsamt gefeiert, das an Karl den Großen erinnert und die Idee eines geeinten Europas im Christentum hochhält. Ein weiteres Highlight ist das Stadtkirchenfest, das jedes Jahr am Sonntag nach dem 24. August zu Ehren des Stadtpatrons Bartholomäus stattfindet. Hier kannst du die Schädelplatte des Apostels in einer Prozession verehren und anschließend auf dem Domplatz bei Essen, Trinken und Musik feiern.
Die Frankfurter Domsingschule, 2011 gegründet, bietet Kindern und Jugendlichen eine einzigartige musikalische Ausbildung und bereichert Gottesdienste und Veranstaltungen mit ihrem Gesang. Wenn du dich für die Geschichte des Doms und seine Schätze interessierst, solltest du unbedingt das Dommuseum im mittelalterlichen Kreuzgang besuchen. Hier findest du nicht nur Reliquien und liturgische Gewänder, sondern auch Modelle der Vorgängerbauten und die Funde aus dem merowingischen Mädchengrab. Ein absolutes Muss ist die Besteigung des Domturms: Nach 328 Stufen erreichst du die Aussichtsplattform in 66 Metern Höhe und wirst mit einem unvergleichlichen Panoramablick über die Frankfurter Altstadtund die Skyline belohnt. Der Turm ist seit 2010 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, nachdem er in mehreren Bauabschnitten saniert wurde, um seine Pracht für kommende Generationen zu bewahren.
Die Umgebung des Doms hat sich in den letzten Jahrzehnten ebenfalls stark gewandelt. Wo einst ein Parkplatz war, entstand mit der neuen Frankfurter Altstadt ein lebendiges Viertel mit rekonstruierten historischen Gebäuden, das den Dom wieder in einen passenden städtebaulichen Kontext einbettet. Direkt gegenüber dem Nordportal findest du das Haus am Dom, ein Bildungs- und Kulturzentrum des Bistums Limburg, das zahlreiche Veranstaltungen anbietet. Nur wenige Schritte entfernt, an der Kreuzung von Domstraße und Braubachstraße, liegt das Museum für Moderne Kunst, das mit seiner einzigartigen Architektur und spannenden Ausstellungen lockt.
Kulinarische Entdeckungen rund um den Kaiserdom
Nach so viel Geschichte und Kultur meldet sich natürlich der Magen! Glücklicherweise bietet die unmittelbare Umgebung des Kaiserdoms St. Bartholomäus eine Vielzahl an kulinarischen Hotspots, die deinen Besuch perfekt abrunden. Egal, ob du Lust auf traditionelle deutsche Küche, internationale Spezialitäten oder einen schnellen Snack hast – hier wirst du fündig.
Direkt am Domplatz, in unmittelbarer Nähe zum Kaiserdom, lädt das Restaurant Paulaner am Dom ein. Hier kannst du in einer luftigen Atmosphäre deftige bayerische Fleisch- und Kartoffelgerichte genießen, natürlich stilecht mit einem Krug Bier. Es ist der perfekte Ort, um nach einer ausgiebigen Besichtigungstour einzukehren und die traditionelle deutsche Gastfreundschaft zu erleben. Wenn du es etwas moderner magst und eine vielfältige Küche bevorzugst, dann ist das Panamaa Restaurant & Bar in der Fahrgasse eine ausgezeichnete Wahl. Nur einen Katzensprung vom Dom entfernt, bietet es eine gehobene, zeitgenössische europäische Küche in stilvollem Ambiente. Ideal für ein besonderes Abendessen oder einen entspannten Lunch mit Freunden.
Für Liebhaber der italienischen Küche ist das Ristorante Sardegna UG in der Fahrgasse ein echter Geheimtipp. Mit seiner gemütlichen Terrasse und der Auswahl an robusten Steaks, Pasta-Gerichten und Pizza, begleitet von erlesenen italienischen Weinen, verspricht es einen kulinarischen Kurzurlaub. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen und bietet eine herzliche Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt. Alle drei Restaurants sind fußläufig vom Kaiserdom aus erreichbar und bieten eine willkommene Stärkung nach einem Tag voller Entdeckungen.
Fazit
Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist und bleibt das Herz Frankfurts – ein Ort, der Geschichte atmet, Kultur lebt und die Menschen zusammenbringt. Von seinen merowingischen Anfängen über die karolingischen Königswahlen bis hin zu den Krönungen der römisch-deutschen Kaiser hat er unzählige Epochen miterlebt und überstanden. Seine beeindruckende Architektur, die Geschichten seiner Brände und Wiederaufbauten, die wertvollen Reliquien und Kunstwerke sowie die lebendige Gemeinde machen ihn zu einem unverzichtbaren Teil der Frankfurter Identität. Ein Besuch des Kaiserdoms St. Bartholomäus ist mehr als nur eine Besichtigung; es ist eine Reise durch die Zeit, die dich tief in die Seele unserer Mainmetropole blicken lässt. Erlebe selbst, wie dieses ehrwürdige Bauwerk auch heute noch fasziniert und inspiriert, und lass dich von seiner einzigartigen Aura verzaubern. Wir hoffen, dieser Einblick hat deine Neugier geweckt und dich dazu inspiriert, den Kaiserdom St. Bartholomäus bald selbst zu erkunden!
FAQ
Warum wird der Frankfurter Dom als ‚Kaiserdom‘ bezeichnet, obwohl er nie Bischofskirche war?
Der Frankfurter Dom St. Bartholomäus erhielt die Bezeichnung ‚Kaiserdom‘ aufgrund seiner herausragenden politischen Rolle im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er war seit 1356 der offizielle Wahlort der römisch-deutschen Könige und ab 1562 auch die Krönungskirche für zehn Kaiser. Obwohl er nie Sitz eines Bischofs war, symbolisierte er durch diese Funktion die kaiserliche Macht und nationale Einheit.
Welche besonderen Highlights bietet ein Besuch des Kaiserdoms heute?
Ein Besuch des Kaiserdoms St. Bartholomäus bietet zahlreiche Highlights: Du kannst die beeindruckende gotische Architektur bestaunen, das Dommuseum im mittelalterlichen Kreuzgang erkunden, das die Geschichte und Schätze der Kirche präsentiert, und vor allem den 95 Meter hohen Domturm besteigen. Von der Aussichtsplattform hast du einen spektakulären Panoramablick über die Frankfurter Altstadt und Skyline. Zudem kannst du an Gottesdiensten teilnehmen oder die musikalischen Darbietungen der Frankfurter Domsingschule erleben.
Was ist das Frankfurter Stadtgeläute?
Das Frankfurter Stadtgeläute ist ein einzigartiges kirchenmusikalisches Projekt, bei dem die Glocken aller zehn Innenstadtkirchen Frankfurts harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Es besteht aus insgesamt 50 Glocken und erklingt viermal im Jahr zu besonderen kirchlichen Hochfesten. Das neunstimmige Geläute des Kaiserdoms St. Bartholomäus, darunter die fast 12 Tonnen schwere Gloriosa, bildet dabei eine wichtige Grundlage.






