
Frankfurts Radwege-Offensive: Mehr als nur Asphalt und zwei Räder
Die Radwege-Offensive Frankfurt ist ein ambitioniertes Projekt des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, das darauf abzielt, die Fahrradinfrastruktur in der Region maßgeblich zu verbessern. Mit dem einstimmigen Beschluss der Verbandskammer werden Lücken im regionalen Radwegenetz geschlossen und Machbarkeitsstudien für wichtige Radschnellwege wie „FRM 8“ und „FRM 9“ vorangetrieben. Konkrete Projekte in und um Frankfurt, etwa in Kalbach-Bonames und Bergen-Enkheim, sind bereits in Arbeit. Trotz der positiven Entwicklungen gibt es jedoch auch Kritik, insbesondere vom ADFC, der die langsame Umsetzungsgeschwindigkeit und die unzureichende Finanzierung der landesweiten Radwege-Sanierungsoffensive bemängelt. Die Offensive ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Mobilität in der Mainmetropole, steht aber vor der Herausforderung, ambitionierte Pläne auch zügig und umfassend in die Realität umzusetzen.
Frankfurt, du bist im Wandel! Die Mainmetropole, bekannt für ihre imposante Skyline und das geschäftige Treiben, entdeckt zunehmend die Liebe zum Fahrrad. Immer mehr Menschen schwingen sich auf den Sattel, sei es für den täglichen Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für entspannte Touren am Mainufer. Doch mit der steigenden Begeisterung wächst auch der Bedarf an einer modernen, sicheren und durchdachten Infrastruktur. Genau hier setzt die Radwege-Offensive Frankfurt an – ein ambitioniertes Vorhaben, das unsere Stadt in ein echtes Fahrradland verwandeln soll. Wir tauchen ein in die spannenden Neuigkeiten, die konkreten Projekte und werfen auch einen Blick auf die Herausforderungen, die es auf diesem Weg noch zu meistern gilt.
Key Facts zur Radwege-Offensive Frankfurt
- Initiator: Die Radwege-Offensive wurde vom Regionalverband FrankfurtRheinMain einstimmig beschlossen, um die Mobilität in der gesamten Region zu verbessern.
- Ziel: Hauptziel ist es, Lücken in den regionalen Fahrradrouten zu schließen und ein zusammenhängendes, sicheres Netz für Radfahrende zu schaffen.
- Radschnellwege: Es sind Machbarkeitsstudien für wichtige Radschnellwege wie „FRM 8“ (Hanau – Frankfurt) und „FRM 9“ (Kreis Offenbach – Frankfurter Flughafen) in Planung, die das Pendeln mit dem Rad attraktiver machen sollen.
- Bürgerbeteiligung: Die Öffentlichkeit soll frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden, um alltagstaugliche Trassenvorschläge zu entwickeln.
- Konkrete Projekte: Im Rahmen der Offensive sind bereits Projekte in und um Frankfurt in Bearbeitung, darunter der Radweg zwischen Kalbach und Frankfurt-Bonames und der Abschnitt zwischen Frankfurt-Bergen-Enkheim und Maintal-Bischofsheim.
- Masterplan Mobilität: Die Radwege-Offensive ist ein zentraler Baustein des umfassenden Masterplans Mobilität des Regionalverbandes.
- Herausforderungen: Trotz der Ambitionen gibt es Kritik, unter anderem vom ADFC, der die Umsetzungsgeschwindigkeit der landesweiten Sanierungsoffensive als zu langsam bemängelt.
Der Startschuss: Eine Region tritt in die Pedale
Es war ein klares Signal: Die Verbandskammer des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain hat in ihrer Sitzung im Sommer 2019 die Radwege-Offensive einstimmig beschlossen. Das ist mehr als nur ein politisches Statement; es ist ein Versprechen an alle, die sich eine fahrradfreundlichere Region wünschen. Der Regionalverband, der sich als neutraler Lobbyist für die Interessen der gesamten Region versteht, nimmt dabei eine neue Rolle ein: Er will sich nicht nur um die Erfassung und Priorisierung von Lücken im regionalen Radwegenetz kümmern, sondern auch aktiv die Organisation des Baus übernehmen.
Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes, brachte es auf den Punkt: „Der Regionalverband hat eine wesentliche Stärke: Wir können als neutraler Lobbyist für die Interessen der Region und als Dienstleister unserer Kommunen Projekte angehen, bei denen ein hohes Maß an interkommunaler Abstimmung erforderlich ist.“ Das ist entscheidend, denn Radwege enden nicht an Stadtgrenzen. Die Offensive ist der erste beschlossene Baustein eines umfassenden „Masterplans Mobilität“, der unsere Art der Fortbewegung zukunftsfähig gestalten soll. Und das Beste: Deine Meinung ist gefragt! Geplant sind Bürgerforen und Online-Beteiligungen, damit die Erfahrungen der Radfahrenden direkt in die Planung einfließen können.
Radschnellwege: Frankfurts Autobahnen für Fahrräder
Stell dir vor, du könntest auf breiten, sicheren Wegen ohne Ampelstopps zügig von Hanau nach Frankfurt radeln oder vom Frankfurter Flughafen quer durch den Kreis Offenbach. Genau das ist die Vision hinter den Radschnellwegen, die ein Kernstück der Radwege-Offensive sind. Der Verband hat Machbarkeitsstudien für zwei vielversprechende Trassen auf den Weg gebracht: „FRM 8“ und „FRM 9“.
FRM 8 soll südlich des Mains von Hanau über Mühlheim und Offenbach bis nach Frankfurt führen. Das Land Hessen hat für diesen Korridor das größte Nutzerpotenzial im ganzen Bundesland ermittelt – ein echtes Schwergewicht unter den Radschnellwegen!
FRM 9 hingegen wird den Kreis Offenbach durchqueren, von Seligenstadt über Rodgau, Dietzenbach, Dreieich und Neu-Isenburg bis zum Frankfurter Flughafen. Diese Verbindungen sind nicht nur für Pendler ein Traum, sondern entlasten auch den Autoverkehr und tragen maßgeblich zu einer besseren Luftqualität bei. Der Regionalverband koordiniert diese Projekte und will, dass die Studien nicht in der Schublade landen, sondern zu tatsächlich umsetzbaren Trassen führen. „Wenn wir mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen wollen, muss das Radfahren in unserer Region sicherer, komfortabler und direkter möglich sein“, betont Rouven Kötter.
Konkrete Projekte vor Ort: Was sich in und um Frankfurt tut
Die Radwege-Offensive ist keine reine Zukunftsmusik, sondern hat bereits konkrete Auswirkungen auf die Infrastruktur in und um Frankfurt. Die Liste der Radwegprojekte der Sanierungsoffensive von Hessen Mobil aus dem Mai 2020 zeigt einige spannende Entwicklungen:
Ein direktes Frankfurter Projekt ist der Radweg zwischen Kalbach und Frankfurt-Bonames (L 3019) mit einer Länge von 1,14 Kilometern, der sich im Vorentwurf befindet und voraussichtlich 2022 fertiggestellt wird. Das ist eine wichtige Verbindung für die nördlichen Stadtteile.
Ebenfalls relevant ist der Radweg zwischen Frankfurt-Bergen-Enkheim (B521) und Maintal-Bischofsheim (L 3209), der mit 3,05 Kilometern Länge ebenfalls im Vorentwurf ist und bis 2023 abgeschlossen sein soll. Hier entsteht eine wichtige Achse für den Osten Frankfurts und die Anbindung an das Umland. Wenn du in dieser Gegend unterwegs bist und eine Pause brauchst, empfehle ich dir das traditionelle Gasthaus Zur Scheune in Bergen-Enkheim. Hier kannst du dich bei hessischen Spezialitäten stärken, bevor du deine Radtour fortsetzt.
Auch im Main-Taunus-Kreis, direkt vor den Toren Frankfurts, gibt es Projekte wie den Radweg Hattersheim/Okriftel (Rheinstraße) (L 3006), der 0,50 Kilometer umfasst und ebenfalls bis 2022 im Vorentwurf ist. Diese kurzen, aber wichtigen Lückenschlüsse sind entscheidend, um ein durchgängiges Netz zu schaffen und das Radfahren im Rhein-Main-Gebiet sicherer zu machen. Wer danach Hunger hat und etwas Modernes probieren möchte, findet im Herzen Frankfurts die Dominion Food Revolution, die mit ihrer veganen Küche eine nachhaltige Alternative bietet.
Herausforderungen und der Blick des ADFC: Wo noch Luft nach oben ist
Wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Trotz der positiven Impulse der Radwege-Offensive gibt es auch kritische Stimmen, insbesondere vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Frankfurt. Der ADFC hat die landesweite „Sanierungsoffensive 2016 – 2022“ des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir genauer unter die Lupe genommen. Ursprünglich sollten in Hessen 69 neue Radwege oder -abschnitte gebaut werden.
Die Bilanz des ADFC ist ernüchternd: Sie schätzen, dass von den geplanten 69 Einzelmaßnahmen noch nicht einmal 20 Prozent realisiert wurden. Das ist ein „Armutszeugnis“, wie es der ADFC Frankfurt formuliert. Besonders im Main-Taunus-Kreis gab es bei hoch priorisierten Maßnahmen wie den Radwegen L 3006, L 3011, L 3028 und L 3265 erhebliche Probleme und Verzögerungen. Ein Hauptkritikpunkt ist die ungleiche Verteilung der Budgets: Während Millionen in die Kfz-Infrastruktur fließen, sind die Mittel für Radwege vergleichsweise gering.
Der ADFC bemängelt zudem fehlende effektive Umsetzungsstrukturen für ortsverbindende Radverkehrsinfrastruktur in Hessen. Das zeigt, dass es nicht nur um die Planung, sondern vor allem um die zügige und konsequente Umsetzung geht. Die Politik sei gefordert, „endlich zu gestalten, anstatt sich hinter fehlenden Planungskapazitäten und bürokratischer Baurechtsbeschaffung zu verstecken.“ Diese Kritik ist wichtig, denn sie erinnert daran, dass ambitionierte Ziele nur mit den entsprechenden Ressourcen und einer klaren Strategie erreicht werden können. Wer sich nach einer langen Diskussion über Verkehrspolitik stärken möchte, findet im Herzen von Sachsenhausen das traditionsreiche Apfelwein Wagner, wo man bei einem echten Frankfurter Äppelwoi die Seele baumeln lassen kann.
Fazit: Frankfurt auf dem Weg zum Fahrradland – mit Rückenwind und Herausforderungen
Die Radwege-Offensive Frankfurt ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und lebenswerteren Mainmetropole. Die Ambitionen des Regionalverbandes, ein zusammenhängendes und sicheres Radwegenetz zu schaffen, inklusive der Planung von Radschnellwegen, sind absolut begrüßenswert. Es ist klar, dass das Fahrrad eine immer wichtigere Rolle in der urbanen Mobilität spielen wird, und Frankfurt hat das Potenzial, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess ist ein starkes Zeichen für eine moderne Stadtentwicklung, die auf die Bedürfnisse ihrer Bewohner eingeht. Wenn du mehr über die allgemeine Entwicklung der Mobilität in unserer Stadt erfahren möchtest, schau doch mal in unseren Beitrag Von Pferdestärken zu High-Tech Zügen – Die faszinierende Verkehrsgeschichte Frankfurts rein.
Doch die Kritik des ADFC zeigt auch, dass der Weg noch weit ist und mit Hürden gepflastert sein kann. Die Diskrepanz zwischen Planung und tatsächlicher Umsetzung, die unzureichende Finanzierung und die bürokratischen Hürden sind Punkte, an denen weiterhin intensiv gearbeitet werden muss. Es braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch den politischen Willen und die nötigen Kapazitäten, um diese Ideen in die Realität umzusetzen. Nur so kann die Radwege-Offensive ihr volles Potenzial entfalten und FrankfurtRheinMain zu einer Region machen, in der das Radfahren nicht nur eine Option, sondern eine bevorzugte und sichere Art der Fortbewegung ist. Die Zukunft gehört dem Fahrrad – und Frankfurt ist bereit, in die Pedale zu treten!
FAQ
Was ist die Radwege-Offensive Frankfurt?
Die Radwege-Offensive Frankfurt ist eine Initiative des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, die darauf abzielt, die Fahrradinfrastruktur in und um Frankfurt zu verbessern. Sie beinhaltet den Lückenschluss im bestehenden Radwegenetz, die Planung von Radschnellwegen und die Förderung einer fahrradfreundlicheren Region.
Welche konkreten Projekte sind Teil der Offensive?
Zu den konkreten Projekten gehören unter anderem der Radweg zwischen Kalbach und Frankfurt-Bonames (L 3019) und der Abschnitt zwischen Frankfurt-Bergen-Enkheim und Maintal-Bischofsheim (L 3209). Es sind auch Machbarkeitsstudien für Radschnellwege wie ‚FRM 8‘ (Hanau – Frankfurt) und ‚FRM 9‘ (Kreis Offenbach – Frankfurter Flughafen) geplant.
Gibt es Kritik an der Umsetzung der Radwege-Offensive?
Ja, der ADFC Frankfurt kritisiert die langsame Umsetzungsgeschwindigkeit der landesweiten Sanierungsoffensive für Radwege und die im Vergleich zur Kfz-Infrastruktur geringe Finanzierung. Sie bemängeln zudem fehlende effektive Strukturen für die Umsetzung von ortsverbindenden Radwegen.
Wie können Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen?
Der Regionalverband plant Bürgerforen und Online-Beteiligungen, um die Erfahrungen und das Know-how der Radfahrenden in die Planungsprozesse einfließen zu lassen. Dies soll sicherstellen, dass die entwickelten Radwege alltagstauglich sind.






