
Rödelheim Musikgeschichte: Wie Moses Pelham Frankfurt prägte
Entdecke die faszinierende Rödelheim Musikgeschichte, geprägt von Moses Pelham und dem Rödelheim Hartreim Projekt. Erfahre, wie Frankfurt zum Zentrum des deutschen Hip-Hop und Souls wurde, wie 3p Talente wie Sabrina Setlur und Xavier Naidoo entdeckte und wie Moses Pelhams persönliche Reise seine Musik von „Geteiltes Leid“ zu „Emuna“ führte. Ein tiefer Einblick in die Entwicklung eines Genres und die prägende Rolle eines Ausnahmekünstlers in der Mainmetropole.
Frankfurt am Main ist bekannt für seine beeindruckende Skyline, die Finanzwelt und natürlich den Apfelwein. Doch in den Schatten der Hochhäuser, genauer gesagt im Stadtteil Rödelheim, hat sich eine Musikgeschichte entwickelt, die das Land nachhaltig beeinflusst hat. Wir sprechen hier nicht von klassischer Musik oder Jazz, sondern von der rauen, ehrlichen und oft provokanten Welt des deutschen Hip-Hop und Souls. Im Zentrum dieser Entwicklung steht ein Name, der untrennbar mit Rödelheim und der deutschen Musikszene verbunden ist: Moses Pelham. Seine Geschichte ist eine Reise von den Straßen Frankfurts auf die großen Bühnen, geprägt von künstlerischer Vision, persönlicher Entwicklung und einem tiefen Bezug zu seiner Heimatstadt. Tauche mit uns ein in die faszinierende Welt der Rödelheim Musikgeschichte und entdecke, wie ein Stadtteil zum Epizentrum eines musikalischen Umbruchs wurde.
Key Facts zur Rödelheim Musikgeschichte und Moses Pelham
- Geburtsort des deutschen Straßenraps: Rödelheim ist die Wiege des Rödelheim Hartreim Projekts (RHP), das in den 90er-Jahren harten, kompromisslosen Rap auf Deutsch etablierte und damit die deutsche Hip-Hop-Landschaft nachhaltig prägte.
- Gründung von 3p: Moses Pelham gründete 1996 das Label 3p (Pelham Power Productions), das nicht nur RHP, sondern auch Künstler wie Sabrina Setlur und Xavier Naidoo groß machte und maßgeblich zur Etablierung von deutschem Soul beitrug.
- Entdecker von Talenten: Pelham entdeckte und förderte Sabrina Setlur, eine der ersten und wichtigsten Rapperinnen der Szene, sowie Xavier Naidoo, dessen Debütalbum „Nicht von dieser Welt“ über 1,5 Millionen Mal verkauft wurde und deutschen Soul populär machte,.
- Persönliche Entwicklung als Künstler: Moses Pelhams Soloalben, insbesondere die „Geteiltes Leid“-Trilogie und „Emuna“, zeigen seine künstlerische Reifung und einen tiefen Blick in seine Seele, weg vom reinen Battle-Rap hin zu spiritueller Auseinandersetzung.
- Frankfurter Wurzeln: Trotz nationalen Erfolgs blieb Pelham seiner Heimatstadt treu. Die USP-Studios in Frankfurt waren und sind ein zentraler Ort für seine Produktionen und die seiner Künstler.
- Kultureller Botschafter: Moses Pelham ist nicht nur Musiker und Produzent, sondern auch ein wichtiger Zeitzeuge der deutschen Hip-Hop-Geschichte, wie die ARD-Doku-Serie „Dichtung und Wahrheit“ zeigt, in der er über die Anfänge des Genres berichtet.
Die Geburtsstunde einer Bewegung: Rödelheim Hartreim Projekt
Die Geschichte der Rödelheim Musikgeschichte beginnt in den späten 80er-Jahren, als ein junger Moses Pelham aus Rödelheim von einem USA-Aufenthalt zurückkehrt, beseelt von der Energie des Hip-Hop. Er tauschte sein Schlagzeug gegen Plattenspieler und ein Mikrofon und begann, in seinem Kinderzimmer erste Tapes aufzunehmen. Was damals als „Pelham Power Winning Company“ begann, mündete 1993 in der Gründung des Rödelheim Hartreim Projekts (RHP) zusammen mit Thomas Hofmann.
Ihr Debütalbum „Direkt aus Rödelheim“ (1994) war ein Paukenschlag. Es war roh, authentisch und vor allem: auf Deutsch. In einer Zeit, in der deutscher Hip-Hop noch oft als Spaß-Rap belächelt wurde, lieferte RHP einen kompromisslosen Sound, der die Realität der Straße widerspiegelte. Sie waren Pioniere des deutschen Straßenraps und zeigten, dass auch auf Deutsch harte Reime und tiefgründige Texte funktionieren können. Das Album verkaufte sich entgegen aller Erwartungen 160.000 Mal und pflügte die deutsche Hip-Hop-Landschaft um. Es war der Beginn einer Ära, in der Frankfurt am Main zum unbestrittenen Zentrum des Deutschrap aufstieg. Wer die Atmosphäre dieser Zeit noch heute spüren möchte, kann dies bei einem Besuch in Rödelheim tun. Vielleicht bei einem herzhaften Burger im veganen Restaurant savory, das mit seinem gemütlichen Ambiente einen schönen Kontrast zur damaligen rauen Musik bilden könnte, aber die gleiche Authentizität ausstrahlt.
3p: Mehr als nur ein Label – Eine musikalische Familie
Nach dem Erfolg von RHP und dem Schwester S.-Album „S. ist soweit“ (1995), das ebenfalls von Moses Pelham und Martin Haas produziert wurde, trennte sich Pelham von Universal und gründete 1996 sein eigenes Label: 3p (Pelham Power Productions). Dies war ein entscheidender Schritt, um die volle Kontrolle über seine künstlerische Vision zu behalten. Und diese Vision sollte weit über den reinen Hip-Hop hinausgehen. 3p wurde zur Heimat für einige der größten Namen der deutschen Musikgeschichte.
Die Entdeckung von Sabrina Setlur war ein Geniestreich. Mit „Die neue S-Klasse“ und dem Nummer-eins-Hit „Du liebst mich nicht“ (1997) etablierte sie sich als eine der wichtigsten Rapperinnen Deutschlands und zeigte, dass Frauen im Hip-Hop eine starke Stimme haben,. Doch 3p war nicht nur Hip-Hop. Mit Xavier Naidoo und seinem Debütalbum „Nicht von dieser Welt“ (1998) katapultierte das Label deutschen Soul auf die Landkarte,. Das Album verkaufte sich über eine Million Mal und machte Naidoo zu einem Superstar. Die Zusammenarbeit zwischen Pelham und Naidoo war so fruchtbar, dass sie Jahre später mit „Nicht von dieser Welt 2“ (2016) eine Fortsetzung produzierten, die erneut die Themen Liebe, Menschlichkeit und Frieden in den Mittelpunkt stellte.
3p war mehr als nur ein Plattenlabel; es war eine musikalische Familie, ein Inkubator für Talente und ein Garant für innovativen Sound. Die USP-Studios in Frankfurt, wo all diese Alben entstanden, wurden zu einem kreativen Hotspot. Wer heute das pulsierende Nachtleben Frankfurts erkunden möchte, findet sicherlich auch Orte, die von dieser musikalischen Geschichte inspiriert sind. Schau doch mal in unserem Artikel über Frankfurts Nachtleben im Wandel vorbei, um die aktuellen Hotspots zu entdecken.
Moses Pelhams Weg: Von „Geteiltes Leid“ zu „Emuna“
Moses Pelhams eigene künstlerische Reise ist ebenso faszinierend wie die Geschichte seines Labels. Nach der Ära des Rödelheim Hartreim Projekts wagte er sich an seine Soloalben, beginnend mit der „Geteiltes Leid“-Trilogie (1998, 2004, 2012),. Diese Alben waren eine Öffnung, ein tiefer Blick in seine Seele, weg vom reinen Battle-Rap hin zu persönlicheren und oft schmerzhaften Themen. Es war ein Novum in einer Szene, die damals noch stark von Spaß-Rap geprägt war.
Mit den Jahren entwickelte sich Pelham weiter. Sein Blick, der früher oft auf die „trostlosen, steinigen Felswände“ des Lebens gerichtet war, begann sich zu weiten. Er lernte, auch die „grüne Wiese, einen freien blauen Himmel und die strahlende Sonne“ zu sehen, wie die Jüdische Allgemeine treffend beschreibt. Dieser Perspektivwechsel kulminierte in seinem siebten Soloalbum „Emuna“ (2020). „Emuna“ ist Hebräisch und bedeutet „Kraft des Glaubens“. Das Album ist ein Zeugnis seiner tiefen Auseinandersetzung mit dem Glauben und dem Judentum, inspiriert unter anderem von Rabbiner David Kraus. Es geht ihm dabei nicht um starre Dogmen, sondern um die unmittelbare Begegnung mit einem Schöpfer in der Welt, die uns umgibt. Die Musik auf „Emuna“ spiegelt diese Entwicklung wider: Sie ist stellenweise minimalistischer, ehrlicher, als hätte Pelham „einen Teil seiner Rüstung abgelegt“. Es ist die Geschichte eines Künstlers, der zu sich selbst findet und seine Erfahrungen in Musik verwandelt, die berührt.
Diese Entwicklung zeigt, wie tiefgreifend Musik das Leben prägen kann, sowohl das des Künstlers als auch das der Zuhörer. Wenn du nach einem Ort suchst, der diese Vielfalt Frankfurts widerspiegelt, dann ist das Eritreische & Äthiopische Restaurant Rödelheim – Nile Restaurant mit seiner authentischen Küche und herzlichen Atmosphäre eine ausgezeichnete Wahl. Ein Ort, an dem unterschiedliche Kulturen zusammenkommen, genau wie in der Musik.
Rödelheims Vermächtnis: Einfluss und Zukunft
Die Rödelheim Musikgeschichte ist weit mehr als eine nostalgische Rückschau; sie ist ein lebendiges Erbe, das die Frankfurter Kulturlandschaft weiterhin prägt. Moses Pelham und sein Werk haben nicht nur unzählige Künstler inspiriert, sondern auch gezeigt, wie man aus einer lokalen Identität heraus nationale und internationale Relevanz erlangen kann. Die Authentizität und der unbedingte Wille, den eigenen Weg zu gehen, sind Merkmale, die bis heute in der Frankfurter Musikszene spürbar sind.
Selbst in unerwarteten Kollaborationen zeigt sich Pelhams Einfluss. So performte er 2014 mit den Böhsen Onkelz auf dem Hockenheimring, und auch der Frankfurter Rapper Vega würdigte die Onkelz in einem seiner Lieder,. Dies unterstreicht die vielschichtigen Verbindungen und die Offenheit der Frankfurter Musiklandschaft, die sich nicht in Schubladen pressen lässt. Es ist eine Stadt, die immer in Bewegung ist, immer neue Klänge hervorbringt und gleichzeitig ihre Wurzeln ehrt. Für alle, die die aktuellen musikalischen Trends und Hotspots Frankfurts nicht verpassen wollen, empfehlen wir einen Blick in unseren Beitrag über den Gibson Club Frankfurt, ein weiterer wichtiger Akteur im Frankfurter Nachtleben.
Fazit
Die Rödelheim Musikgeschichte, untrennbar verbunden mit dem Namen Moses Pelham, ist ein leuchtendes Kapitel in der deutschen Musiklandschaft. Von den frühen, bahnbrechenden Tagen des Rödelheim Hartreim Projekts, das den deutschen Straßenrap definierte, über die Gründung des einflussreichen Labels 3p, das Stars wie Sabrina Setlur und Xavier Naidoo hervorbrachte, bis hin zu Pelhams tief persönlicher künstlerischer Entwicklung, hat Rödelheim immer wieder bewiesen, dass es ein Ort der Innovation und Authentizität ist. Seine Musik ist ein Spiegelbild Frankfurts: vielschichtig, direkt und voller Seele. Sie erzählt Geschichten von den Straßen, von persönlichen Kämpfen und von der Suche nach dem Glauben. Moses Pelham hat nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern auch eine ganze Generation von Künstlern und Fans inspiriert, ihren eigenen Weg zu gehen. Das Erbe von Rödelheim und Moses Pelham lebt weiter – in den Beats, den Reimen und der unverkennbaren Frankfurter Haltung, die bis heute die Mainmetropole prägt. Und wer nach all den musikalischen Eindrücken noch Hunger hat, dem sei das koreanische Restaurant NAMSAN POCHA 남산 포차 in Rödelheim empfohlen, das mit seiner modernen Küche und lebendigen Atmosphäre den Geist der Vielfalt Frankfurts perfekt einfängt.
FAQ
Wer ist Moses Pelham und welche Rolle spielt er in der Rödelheim Musikgeschichte?
Moses Pelham ist ein deutscher Rapper, Produzent und Labelbetreiber aus Frankfurt-Rödelheim. Er ist Mitbegründer des Rödelheim Hartreim Projekts (RHP), das als Pionier des deutschen Straßenraps gilt. Mit seinem Label 3p entdeckte und förderte er Künstler wie Sabrina Setlur und Xavier Naidoo und prägte maßgeblich die deutsche Hip-Hop- und Soul-Szene.
Was war das Rödelheim Hartreim Projekt?
Das Rödelheim Hartreim Projekt (RHP) war eine Hip-Hop-Formation, die Moses Pelham 1993 mit Thomas Hofmann gründete. Ihr Debütalbum „Direkt aus Rödelheim“ (1994) etablierte einen harten, kompromisslosen Rap-Stil auf Deutsch und gilt als Meilenstein der deutschen Hip-Hop-Geschichte.
Welche Künstler wurden durch Moses Pelhams Label 3p bekannt?
Moses Pelhams Label 3p (Pelham Power Productions) brachte einige der größten Namen der deutschen Musikszene hervor, darunter die Rapperin Sabrina Setlur und den Soulsänger Xavier Naidoo. Beide Künstler feierten unter 3p große Erfolge und trugen zur Vielfalt der deutschen Musiklandschaft bei.
Wie hat sich Moses Pelhams Musik über die Jahre entwickelt?
Moses Pelhams Musik entwickelte sich von dem anfänglich harten Straßenrap des Rödelheim Hartreim Projekts zu persönlicheren und introspektiveren Soloalben wie der „Geteiltes Leid“-Trilogie. Mit Alben wie „Emuna“ zeigte er eine tiefere Auseinandersetzung mit Spiritualität und Glauben, was seine Musik reifer und vielschichtiger machte.






